Sie sind im (Nicht-EU-)Ausland, Ihr Flug ist annulliert und Sie müssen nun mit Reiseveranstalter oder Airline in Kontakt treten? Immer wieder präsentieren mir meine Mandanten horrende Roamingkostenrechnungen, deren Ersatzfähigkeit manchmal Probleme bereiten kann. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, gibt es hier einige Tipps.
Tipp 1: Mail statt Anruf
Warum überhaupt telefonieren? Für mich ist kein Anwendungsfall denkbar, in dem ein Anruf erforderlich ist. In jedem Fall ist es möglich, per E-Mail Kontakt mit dem Luftfahrtunternehmen aufzunehmen und eine angemessene Frist zu setzen, um das durchzusetzen, was nach dem Gesetz oder dem Vertrag geschuldet ist. Einige Airlines bieten sogar zusätzlich die Möglichkeit,

per Chat Kontakt aufzunehmen (auf der Website oder z. B. über Messenger wie WhatsApp hier bei LOT aber auch bei KLM). Diese Option ist ebenfalls sinnvoll, da hier durch eine Kontaktaufnahme, z. B. durch Bildschirmfotos, belegt werden kann.
Solche Aufzeichnungen sollten aber auch unbedingt gefertigt werden damit es später nicht zu Diskussionen kommt und die Airline die Kontaktaufnahme bestreiten kann.
Tipp 2: Wifi Calling (Telekom und O2)
Verfügen Sie über einen Handyvertrag bei O2 oder der Telekom? In diesem Fall stehen die Chancen gut, dass Sie das sogenannte Wi-Fi-Calling in Ihrem Mobiltelefon auch im Ausland nutzen können. Bei immer mehr Verträgen kann diese Option genutzt werden, nachdem die Funktion im Menü Ihres Smartphones (Anleitung für Android, Anleitung für iOS) aktiviert wurde. Verfügt Ihr Mobiltelefon über einen WLAN-Zugriff, ist selbst im Flugmodus lediglich mit eingeloggtem WLAN ein Telefonieren möglich, als wäre das Smartphone im Heimat-Mobilfunkentz eingeloggt. Es entfallen dann Roaming-Kosten, mit exzellenter Sprachqualität kann dann problemlos telefoniert werden. Auch in vielen Umgebungen, in denen ansonsten Internet-Telefonie gesperrt werden soll, ist diese Option möglich, wie meine Erfahrung zeigt.
Tipp 3: Internettelefonie nutzen
Eine letzte Möglichkeit ist die Verwendung von Internettelefon-Diensten. Hier fällt mir zum Beispiel Satellite von Sipgate ein, dies mit 100 Freiminuten pro Monat kostenlos.

Auch gibt es Dienste wie z.B. Voipraider. Nach Anmeldung auf der Website und Einzahlung sind Gespräche teils kostenlos, teils zu sehr günstigen Kosten über eine App auf dem Handy, auf dem Notebook oder einfach über die Website möglich. Damit werden auch lange Wartezeiten in der Hotline nicht zu teuer. Gerade bei Satellite von Sipgate ist die Möglichkeit auch sehr attraktiv, sich auf der deutschen Mobilfunknummer, die zugewiesen wird, einfach zurückrufen zu lassen.
Fazit
Wer im Ausland dringend telefonieren muss, ist damit nicht auf teure Roamingkosten angewiesen. Durch die drei vorgenannten Optionen lässt sich in vielen Fällen bei Vorhandensein einer Internetverbindung (die oft durch ein kostenloses WLAN besteht) viel Geld sparen. Dazu wird die Stabilität und Sprachqualität der Verbindung gegenüber einem internationalen Gespräch über das Mobilfunknetz deutlich verbessert. So können Sie übrigens auch die Möglichkeit der kostenlosen Erstberatung nutzen.